Stammzahlverteilungskurven
In kleineren Beständen bzw. bei nur stichprobeweisen Aufnahmen in
Beständen, ist die Verteilung der Stämme auf die BHD-Stufen mehr oder
minder unregelmäßig. Da die Verteilung der Stämme auf die BHD-Klassen
einerseits ein wichtiges Strukturmerkmal für die waldbauliche Beurteilung
der Bestände ist und anderseits wertvolle Auskünfte über die
Sortenverteilung, die ihrerseits betriebswirtschaftlich bedeutungsvoll ist,
gibt, bestehen verschiedene Überlegungen, wie die
Stammzahlverteilungen ausgeglichen, d.h. durch theoretische Verteilungen
beschrieben werden können.
Allgemein gilt, daß in dichten Beständen, in denen die natürliche Mortalität
infolge der Konkurrenz schon eingetreten ist oder durch
niederdurchforstungsartige Eingriffe die Stämme vom schwächeren Ende
her genutzt wurden, die Stammzahlverteilung deutlich linksschief wird.
Die unten stehende Abbildung zeigt die Stammzahlverteilung einer
Probefläche in einer Fichtendickung mit mehr als 100.000 Stämmen/ha.

5 Jahre später waren auf dieser Fläche nur mehr 72.000 Stämme/ha
angetroffen worden. Die Mortalität (34 % der Stammzahl) trat überproportional am schwächsten Ende der Durchmesserverteilung ein.
Durch das höhere Dickenwachstum der stärkeren Stämme
(Zuwachsgerade mit positivem Anstieg) streckt sich die Verteilung nach
rechts und wird im Zusammenwirken von Mortalität und Zuwachs immer
deutlicher linksschief.
Die nächste Abbildung zeigt eine Fichtenaufforstung mit 6000 Stämmen/
ha nach 20 Jahren. Die Mortalität war gering (5 %). Die ursprüngliche
Verteilung beim Erreichen der Brusthöhe kann man sich als
Gleichverteilung vorstellen. Vor dem Einsetzen der natürlichen
konkurrenzbedingten Mortalität werden solche Verteilungen leicht
rechtsschief.

Mit zunehmendem Alter werden die Stammzahlverteilungen breiter, flacher
und symmetrischer. Nach Auslesedurchforstungen werden die
Stammzahlverteilungen kurzfristig zweigipfelig, später wieder symmetrisch.
Eine Ausnahme bilden die Stammzahlverteilungen in Plenterwäldern. Sie
sind meist durch negative Exponentialverteilungen darstellbar.
Ähnlich wie bei der Höhenkurve scheint es sinnvoll, Stammzahlverteilungen
aus der Kenntnis von Stichproben mittels theoretischer
Verteilungsfunktionen auszugleichen. Es genügt dann die Kenntnis der
entsprechenden Parameter (Mittelwerte, Standardabweichungen oder
Perzentilen), um die Häufigkeiten in den BHD-Stufen berechnen zu können.
Die älteste diesbezügliche Verteilungsfunktion wird von SCHIFFEL und
FEKETE für die Fichte beschrieben. Sie stellt den Durchmesser in Prozent
des Durchmessers des Grundflächenmittelstammes als Funktion der
prozentischen Summenhäufigkeit dar:
Weitere, üblicherweise zur Darstellung von Stammzahlverteilungen
verwendete, Verteilungsfunktionen sind:
- die gestutzte Normalverteilung
- die Log-Normalverteilung
- die Beta-Verteilung
- die Gamma-Verteilung
- die WeibullVerteilung
Unser System verwendet zur Berechnung der Stammzahlverteilung eine sogenannte "Gamma - Verteilung". Weitere Informationen zur Gamma - Verteilung finden Sie hier.
© Dipl.Ing. Markus Sommerauer, AT-2004
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